Winter 2018/19 – Tag 13 – Dschungel-Horror!

4 01 2019

Heute wollen wir wandern!
Schliesslich nimmt der Nationalpark einen großen Teil von Basse Terre ein und wir haben davon bisher nicht viel gesehen, außer den kurzen Urwald-Abstechern an der Route de Traversee vor 2 Tagen.
Wegen der schlechten Wettervorhersage haben wir uns gestern schon gegen die eigentlich geplante Wanderung auf den Vulkan „La Saufriere“ entschieden und uns als Alternative eine 7 km Wanderung im Dschungel herausgesucht.
Startpunkt ist das Nationalpark-Zentrum an der Route de Traversee.
Von hier aus starten wir, zuerst auf einem Wanderweg, der parallel und immer in Sichtweite der Straße verläuft.
Kaum sind wir unterwegs, fängt es auch schon an zu regnen … das erste Mal … und noch einige Regengüssen sollen folgen.
Aber zunächst lassen wir uns nicht davon abschrecken sondern stapfen einfach weiter auf dem immer schlammiger werdenden Weg.
Uns kommen sogar zwei Trailrunner entgegen, die mich zu der kurzfristigen Illusion führen, das es garnicht so schlimm werden kann … was sich als böser Fehler heraus stellen soll….
Nach etwa 45 min und 2km erreichen wir einen Parkplatz, von dem der Weg hinab in ein Flusstal führt, dem wir für die nächsten 5 km folgen wollen, und das im Bogen wieder zurück zum Nationalpark-Zentrum führt.
Für diesen Abschnitt der Wanderung habe ich sehr konservative 3 Stunden angesetzt … was sich ebenfalls als grandioser Fehler erweisen soll!
Das Schild am Beginn des Abstiegs, das uns auf die 17 Flussüberquerungen auf dem Weg hinweist, nehmen wir noch mit Vorfreude zur Kenntnis.
Aber schon auf dem kurzen Weg hinab ins Tal geht meine Laune in den Keller, da der Abstieg eine einzige Schlammschlacht ist.
(Ich muss dazu anmerken, das ich als Kind immer mit meinen Eltern im Urlaub an die Nordsee musste … und dort schon gelernt habe, das Watt zu hassen. Ich finde Schlamm einfach nur eklig!)
Nichtsdestotrotz gehe ich noch davon aus, das es besser wird, sobald wir am Fluss sind … schliesslich sind wir in Frankreich und die Einrichtung naturbelassener Wanderwege haben die Franzosen normalerweise drauf.
Unten am Fluss erwartet uns die erste Fluss-Überquerung, die auch noch durchaus machbar ist. Allerdings beginnt es auch wieder zu regnen … und zwar nicht so ein netter Sommerregen .. sondern ein echter Wolkenbruch!
(Zweite Anmerkung: Ich bin im Bergischen Land aufgewachsen, in dem es an gefühlten 300 Tagen im Jahr regnet. Ich habe also genug Regen erlebt, das es für 2 Leben reicht und hasse das Gefühl von nassen Socken und Klamotten, die am Körper kleben! …. Ja, es gibt einige Dinge, die ich hasse!)
Und leider wird der Weg ab hier nicht besser sondern im Gegenteil immer schlimmer. Ständig geht es steil berauf und bergab und durch immer tieferen Schlamm.
Laut fluchend stapfe ich immer weiter durch den Dschungel, und fordere meine Herzallerliebste auf, das nächste Mal, wenn ich bis zum Knöchel im Schlamm lande, bitte ein Foto zur Dokumentation dieser Tortur zu machen … wozu sich schon 30 Sekunden später Gelegenheit ergibt.

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Die Wurzeln, auf denen man an einigen Stellen, so wie hier, über den Schlamm balancieren kann sind leider selten … und äußerst rutschig!

Fast eine Stunde nachdem wir ins Tal abgestiegen sind, überholen uns 4 junge Franzosen praktisch im Laufschritt und stürmen vor uns durch die nächste Flussquerung, die uns hingegen fast 15 min kostet, mir eine schmerzhafte Prellung am Knöchel und meiner Frau durch und durch nasse Füsse verschafft … ein Zustand, den ich bereits seit fast einer Stunde ertrage, und der weder durch Gewöhnung noch durch Ignoranz besser wird.
Der Blick auf´s GPS sagt mir, das wir gerade mal einen Bruchteil der geplanten Strecke geschafft haben … und das trotz der sehr konservativen Kalkulation!
Wenn wir in dem Tempo weitergehen, schaffen wir es nicht, bis Einbruch der Dunkelheit am Ziel zu sein … und in diesem Dschungel möchte ich definitiv nicht nachts unterwegs sein.
Wir werden zwar kaum von Insekten belästigt und vor Raubtieren habe ich auch keine Angst … aber der Weg ist so übel, das er vom Rest des Dschungel kaum zu unterscheiden ist … und wir haben außer unseren Telefonen keine Lampen dabei!
Und so entscheiden wir, die Wanderung hier anzubrechen, und zum Ausgangspunkt zurück zu gehen.
Auch kein Spaß, aber wenigstens eine bekannte Scheisse!
Nach etwa 45 min sind wir wieder an der ersten Flussüberquerung kurz vorm Aufstieg zur Straße und wollen eine kurze Pause einlegen um was zu essen … und natürlich fängt es just in diesem Moment wieder an zu schütten … zum Kotzen!
Also raffen wir unsere Sachen wieder zusammen und stapfen weiter … und kommen nach weiteren 45 min wieder am Wagen an … ich um die Erkenntnis reicher, das ich nie wieder in einen Dschungel möchte!
Das war so Horror heute, das ich vorerst nur Reiseziele akzeptiere, die in Wüsten-Gebieten liegen: Sahara oder Atacama wären genau mein Ding!
Neben dem Parkplatz ist ein Picknickplatz direkt am Fluss, und hier wollen wir uns und unsere Klamotten vom gröbsten Schlamm befreien, etwas trocknen und die Schuhe wechseln, aber gerade jetzt schlägt bei meiner geliebten Ehefrau eine Erkältung durch, die sich sich offensichtlich beim gestrigen Schnorcheln zugezogen hat.
Also wickele ich die schlammverkrusteten Schuhe und Klamotten in die Regenschutzhülle des Rucksacks und wir machen uns mit dem Wagen wieder auf den Weg zurück ins Apartment.
Hier legt sich meine Frau hin und ich verbrauche einige Eimer sauberen Wassers, um den Schlamm aus Schuhen, Socken und den restlichen Kleidungsstücken auszuwaschen. Nach einer Stunde sind die Sachen fast schlammfrei … aber dafür klatschnass, was angesichts der Tatsache, das wir morgen fliegen nicht gerade positiv ist.
Aber was soll´s … im Zweifelsfall packen wir das Zeug eben feucht ein!
Ich stelle zumindest die Schuhe auf den sonnenbeschienenen Weg vor der Terasse … was jedoch nicht wirklich funktiert, da es immer wieder anfängt zu regnen … was für ein Scheiss!

Am Abend sind wir wieder einigermaßen regenieriert und fahren zum Essen nach Deshaies.
Im „La Madras“, in dem wir vor einigen Tagen schon mal waren, haben wir für den heutigen letzten Abend einen Tisch reserviert, und wieder lohnt es sich: Das Essen ist super und wir geniessen den Blick von der Terasse in die Bucht voller Segelboote.
(Post-Reise-Anmerkung: Wieder zuhause haben wir uns bei der nächsten Gelegenheit zwei Folgen „Death in Paradise“ angesehen, und die ersten Szenen spielten auf eben dieser Terrasse!)
Vorher haben wir noch einige Souvenirs in Deshaies gekauft (Na was wohl … Rum natürlich!), aber nach dem Essen geht es bald wieder zurück zur letzten Nacht im Apartment und nach diesem anstrengenden Tag fallen wir früh ins Bett!





Winter 2018/19 – Tag 12 – Schnorcheln in Ferry!

3 01 2019

Nach dem Frühstück machen wir uns heute auf zu einem entspannten Schnorcheltag.
Wir fahren von Morphy nur ein paar Buchten nach Norden bis zum Plage de Petite Anse in Ferry.
(Die Tripadvisor-Bewertung zur „Petite Anse“ sind übrigens recht unterhaltsam, da sie offensichtlich verschiedene Buchten thematisieren … was vielleicht daran liegt, das „Petite Anse“ nichts weiter heisst als „kleine Bucht“ … wovon es natürlich nicht nur eine gibt!
Woran man wieder mal sieht, das Tripadvisor ziemlicher Bullshit ist!
So ähnlich wie der „ADAC Campingführer“, der immer einen Blick wert ist … wenn man wissen will, auf welchen Campingplatz man ganz sicher nicht möchte!)
Aber ich habe diese Bucht an unserem letzten Tauchtag vom Boot aus gesehen und angesichts des vorgelagerten Riffs geschlossen, das die Bucht sehr Schnorchel-geeignet ist.
Und unsere Schnorchelgänge bestätigen diesen Eindruck: Wieder sind wir begeistert von der Unmenge marinen Lebens um uns herum. Direkt am Strand stürzen sich anfangs zwei und später bis zu acht Pelikane immer wieder ins Wasser …

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…und bei unserem ersten Schnorchelgang sehen wir auch warum: Keine fünf Meter vom Strand entfernt ist ein riesiger Schwarm Fische im Wasser, der sich weder von den Pelikanen, noch von uns irgendwie beeindrucken lässt.

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Weiter draußen am Rand der Bucht sehen wir wieder viele Seenadeln bzw. Trompetenfische.

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Einige Kofferfische zeigen sich auch, die allerdings so scheu sind, das man sie einfach nicht auf´s Bild bekommt. Und dann bekommen wir im freien Wasser nochmal einen Barracuda zu sehen, der sich aber auch so schnell von dannen macht, das ich ihn nur aus der Ferne sehe.

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Am frühen Nachmittag und nach drei Schnorchelgängen reichen die Oberflächenpausen nicht mehr zum Aufwärmen und außerdem feuert direkt hinter uns jemand gerade seinen qualmenden Grill an. Für uns das Zeichen zum Aufbruch.

Wir werfen unsere Schnorchelsachen in den Wagen und gehen in der Strandbar noch einen Kaffee trinken.
(Zum Glück sind wir heute eine halbe Stunde vor der „Siesta“ hier und bekommen noch was!)
Der Blick von der Terasse ist durchaus Klischee-würdig:

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Danach fahren wir nach Hause und geniessen einen lauen Nachmittag … den ich unter anderem mit der Pflege meines Sonnenbrandes verbringe, den ich mir heute noch zugelegt habe.

Abends fahren wir noch in den Hafen von Baille-Argent und gehen ins „Le Callebassee“, die Bar neben der Tauchbasis.
Und heute Abend bekommen wir dann auch endlich die Burger, die wir schon vor ein paar Tagen eigentlich haben wollten, die es mittags aber nicht gibt!
Die Burger sind durchaus empfehlenswert und die Accras, die wir wie üblich als Vorspeise nehmen, sind es auch!

So gesättigt fahren wir wieder in unsere Wohnung, trinken noch was, schreiben an unseren Blogs und gehen dann früh ins Bett.

Morgen wollen wir wandern, allerdings haben wir uns wegen der schlechten Wettervorhersage gegen die Wanderung auf den Vulkan entscheiden und wollen stattdessen im Nationalpark eine Dschungel-Rundwanderung gehen.





Winter 2018/19 – Tag 11 – Rundfahrt um Basse Terre!

2 01 2019

Aus internen Gründen verzichten wir für den Rest des Urlaubs auf´s Tauchen.
Wir hatten eh nur 4 Tauchtage geplant, jetzt ist es halt einer weniger.

Den so gewonnenen freien Tag wollen wir heute für ein Rundfahrt um den Süden der Insel Basse Terre nutzen.
Wir beginnen mit der Route de la Traversee, die wir schon am ersten Tag auf Basse Terre von Osten nach Westen gefahren sind. Heute geht es in die andere Richtung.  An der Maison de Foret, dem Nationalpark-Zentrum halten wir an und bekommen sogar einen Parkplatz. Zuerst gehen wir ins Info-Zentrum und statten uns schon mal vorab mit Informationen aus, denn wir haben für übermorgen eine Wanderung auf den Vulkan „La Soufrière“geplant, daher statten wir uns noch mit einem entsprechenden Infoblatt und einer Karte aus. (Wie üblich ist in Frankreich die Informationslage für Outdoor-Aktivitätem hervorragend. Unsere vorab bei Globetrotter beschafften Detailkarten für Basse Terre haben wir bisher nicht gebraucht … und werden sie wahrscheinlich auch nicht mehr brauchen.)

Da wir schon mal da sind, gehen wir noch eine kurze 20-minütige Rundwanderung, die direkt am Zentrum startet.
Über eine Hängebrücke geht es in den Regenwald … und wir sind schwer beeindruckt: Alles hier ist grün und wächst wirklich überall. Auf großen Bäumen wachsen Farne, Gummibäume und sogar Palmen wachsen auch Astgabeln heraus. Die Blätter der Planzen sind zum Teil so groß, das man sich darunter verstecken kann.
Staunend gehen wir die kleine Runde und freuen uns schon auf morgen, wenn wir auf unserer Wanderung hoffentlich noch mehr davon sehen. Hier erstmal ein paar kleine Eindrücke von heute:

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Nach diesem kurzen Spaziergang machen wir noch einen Abstecher zu den Ecrevisses Wasserfällen.
Hier herrscht zwar totaler Touristen-Terror, aber mit ein bischen Glück schaffe ich ein Foto des Wasserfalles ohne störende Menschen …

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… was allerdings nicht daran ändert, das der Besuch dieses kleinen Naturschauspiels alles andere als ein Spaß ist!

Wir kaufen noch ein paar Postkarten im örtlichen Souvenir-Laden und halten an einem Picknick-Platz in der Nähe, allerdings nur, um mal zu schauen.
Für ein Picknick ist es noch etwas zu früh.
Danach machen uns wieder auf den Weg, weiter Richtung Osten aus dem Nationalpark hinaus.
Bei St. Alban trifft die Route de la Traversee auf die N1, die Basse-Terre im Süden umrundet und folgen Ihr für einige Kilometer.
Bei Capesterre-Belle-Eau verlassen wir die N1 wieder und suchen einen Platz am Meer zum Picknicken.
Ich würde auch ein nettes Café oder Imbiss nicht ablehnen, aber hier ist leider total der Hund begraben … bzw. der Leguan, von denen wir hier zum ersten (und leider auch einzigen) Mal einen sehen, der lange genug still hält, um fotografiert zu werden:

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Nach dieser netten Begegnung suchen wir eine Bank im Schatten und verzehren unsere Baguettes.
Danach verläuft die N1 sehr nah der Küste und wir passieren einige Orte, die laut Reiseführer ganz nett sein sollen … nur leider finden wir entweder die netten Stellen einfach nicht (Wie den Surferstrand am Plage de Bananier!), es ist kein Parkplatz zu bekommen (Wie im Hafen von Trois Rivieres, der vollständig zugeparkt ist, weil von hier die Touri-Boote zu den Iles de Saintes fahren!) oder die Stellen sind einfach nicht nett (Wie der Strand an der Grande Anse hinter Trois Rivieres, der einfach nur wenig einladend ist!).
Ich würde einfach nur gerne in einem Café/Imbiss/Strandbude sitzen, was trinken und eine Kleinigkeit essen (Für mich ist ein drittel Baguette leider kein vollständiges Mittagessen!), aber entweder gibt es sowas nicht, oder hat geschlossen oder wir finden einfach nichts. Dieser Mangel an gastronomischen Möglichkeiten lässt meine Laune leider im Laufe des Nachmittags immer weiter in den Keller sinken.
Wir fahren weiter nach Vieux-Fort, den südlichsten Punkt von Basse-Terre und geniessen von hier den Blick auf die Iles de Saintes.

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Ab hier verläuft die N1 wieder nach Norden und wir halten in Basse-Terre, der Hauptstadt der Insel an, aber auch hier ist total tote Hose. Dazu regnet es auch noch, also alles nicht so richtig stimmungs-hebend. Wir gehen eine kurze Runde durch die Stadt, sind aber nach 20 min wieder am Wagen. Basse-Terre gibt echt nicht viel her … außer einem McDonalds, aber so tief gesunken sind wir noch nicht!
Von hier aus fahren wir erstmal von der Küste weg, den steilen Berg nach Saint-Claude hinauf, denn ab hier wollen wir übermorgen auf den „La Soufrière“ wandern. Die Straße ist extrem steil und wird umso abenteuerlicher, je weiter wir nach oben kommen.
Wir fahren nicht ganz bis nach oben, sondern nur soweit, bis wir die Fahrzeit abschätzen können.
Auf dem Rückweg stoppen wir die Zeit, um zu sehen, wie lange wir wohl übermorgen früh brauchen werden.
(Der Parkraum ist begrenzt, daher wollen wir möglichst früh da sein!)
Auf dem Weg nach unten halten wir noch an einer Bäckerei und einem benachbarten Supermarkt an, um die Versorgungs-Situation für übermorgen zu prüfen: Beide Läden öffnen um 6:30! Passt also!
Auf dem weiteren Weg in Richtung Norden, zurück nach Pointe-Noire, kommen wir wieder durch Malendure, aber hier ist so viel los, das wir unmöglich irgendwo parken können. Also halten wir in einer der nächsten Buchten an, um dort was zu essen, was leider wieder vergeblich ist!

Zuhause angekommen machen wir uns Spaghetti Bolognese … wieder mal … schliesslich müssen wir unsere Vorräte ja auch irgendwie aufbrauchen.

Danach bloggen wir noch etwas, trinken dazu was (Ich bin mittlerweile von T-Punch auf „Carib“-Bier umgestiegen!) und gehen nach einem langen Tag ins Bett.





Winter 2018/19 – Tag 10 – Mit dem Kajak ins „Resérve Cousteau“!

1 01 2019

Für heute haben wir uns vorgenommen, mit dem Kajak ins Meeresschutzgebiet Resérve Cousteau zu paddeln und dort zu schnorcheln.
Und zwar bewusst heute an Neujahr, in der Hoffnung, das die meisten Urlauber den gestrigen Silvester-Abend feiernd und trinkend verbracht haben und heute morgen ihren Kater pflegen!
Wir waren gewöhnheitsmäßig früh im Bett, haben den Jahreswechsel fein verschlafen haben und sitzen somit heute morgen ganz normal um 8:00 schon beim Frühstück!

Das nervige Silvester-Party-Halligalli ist übrigens ein Grund, aus dem wir so gerne über den Jahreswechsel verreisen! Auf Reisen kann man das ganz entspannt ignorieren. Ein neues Jahr! Na und?
Hab dazu kürzlich einen Witz gelesen:

Zwei Außerirdische schauen in der Silvesternacht auf die Erde und sehen überall die Feuerwerke.
„Was feiern die Erdlinge eigentlich?“
„Das Ihr Planet eine Umrundung der Sonne geschafft hat!“
„???“
„Ganz offensichtlich keine besonders intelligente Spezies!“

Nicht nur lustig … auch sehr wahr!

Wir haben für 9:30 ein Boot reserviert, da das zugelassene Kontingent von Booten im Schutzgebiet begrenzt ist.
Also sind wir schon um 9:00 in Malendure, stauben so früh noch einen Gratis-Parkplatz ab und sind etwas vor der Zeit beim Kajak-Verleih.
Dort bekommen wir die übliche wasserdichte Tonne, zwei Schwimmwesten (Verpflichtend zu tragen!), zwei Doppelpaddel, eine wasserdichte Tupperdose für die Telefone (In der tatsächlich eine Leuchtrakete für den Notfall liegt!!!), werden instruiert (Ich verstehe zwar kein Wort der französischen Instruktionen, nicke aber ab und zu und lasse das ein oder andere „Oui!“ einfliessen! … Hey, das ist nur ein Kajak, kein Speedboot! Und natürlich weiß ich mich im Schutzgebiet zu benehmen!) und dann schaffen wir unseren Kram zum Strand. Dort bekommen wir das übliche orange-gelbe Plastik-Sit-on-top-Kajak, das es in Frankreich offensichtlich zu tausenden auf allen Flüssen und Seen und bei jedem Verleih gibt und machen uns auf den Weg.
Hinaus zu den Ilets Pigeon ist es ungefähr ein Kilometer, was zwar nicht viel ist, aber es geht über´s Meer!
Das gibt dem ganzen eine gewisse Mulmigkeit: Unter uns ist kein Fluß oder irgendein netter See … das ist der Ozean, zwar nur ein schmales Stück, aber trotzdem echtes Meer … und das kooperiert bekanntlich nicht!
Da wird so ein wuchtiges 2-3-Personen-Kajak mal schnell zur Nussschale!
Jedes Motorboot, das uns passiert, schickt Wellen zu uns herüber, die einem sehr groß erscheinen!
Und Gegenwind ist auch kein Spaß!
Trotzdem kommen wir gut zwischen den beiden Inseln an.
Um das ganze etwas anschaulicher zu machen, hier mal ein Foto  (nicht von mir) der Ilets Pigeon.

(Quelle: http://www.ppk-plongee-guadeloupe.com)

Wir paddeln „von oben“ zwischen die Inseln, über das Tauchgebiet „Jardin de corail“ hinweg.
An der schmalsten Stelle zwischen den Inseln sieht man links einen weißen Sandstrand, der leider um diese Zeit schon voll besetzt ist.
Wir paddeln also noch etwas weiter in die Bucht zwischen den Inseln, „la Piscine“, dort gibt es noch eine weiter größere Bucht.
Hier ziehen wir unser Kajak an Land und suchen uns ein schattiges Plätzchen unter einer Felswand. Hier sind wir zwar auch nicht alleine, aber es ist nicht ganz so voll wie am ersten Strand.
Da das Umpaddeln der Inseln zu vermeiden ist (Vorgabe vom Verleih!), machen wir uns zunächst zu Fuss auf den Weg über die Insel zur Bucht „la Aquarium“ (vorne links im Bild) in der ich am ersten Tag schon zum Tauchen war. Diese ist allerdings sehr steinig und die Brandung recht hoch. Also gehen wir wieder zurück, ziehen uns um und gehen das erste mal schnorcheln in „la Piscine“.

Es ist beeindruckend, wieviele Korallen und Fische es hier trotz der relativ großen Menge an Schnorchlern zu sehen gibt.
Insgesamt gehen wir in den nächsten Stunden drei mal schnorcheln an unterschiedlichen Stellen diesen kleinen Atolls und immer wieder überwältigt uns die schiere Menge an „Sealife“ um uns herum. Es ist wie beim Tauchen, nur leichter zu erreichen. Ich habe wieder den Vergleich „oben und unten wandern“ im Kopf, der einen zu der Ansicht verleiten könnte, das es unseren Meeren doch gut gehen muss, wenn es hier von Leben nur so wimmelt … aber so ist es natürlich nicht!
Das Meeresschutzgebiet „Resérve Cousteau“ ist gerade mal ein paar Quadrat-Kilometer groß, und drum herum gibt es noch viele Tauchspots, die natürlich auch Anziehungspunkt für Tauch-Touristen sind und daher schonend behandelt werden, aber auch hier sieht man deutlich die Auswirkungen der Korallen-Bleiche, die durch eine Erhöhung der Wassertemperatur ausgelöst wird.
Die Farbenpracht der Fische lenkt wirksam davon ab, aber wenn man sich unter Wasser mal auf die Korallen konzentriert, erkennt man schnell, das hier schon viel verloren gegangen ist.
Und wieviel Ozean geniesst nicht so einen Schutzstatus wie die hiesigen Reservate und wird einfach nur „bewirtschaftet?
Mich macht das sehr nachdenklich … und wütend!

Nicht so sehr beim Tauchen und Schnorcheln selbst, da bin ich meistens so verzaubert, das ich darüber kaum nachdenke … aber gerade jetzt, zuhause auf dem Sofa, beim Rekapitulieren und Dokumentieren der Reise und dem Sichten des Bildmaterials erinnere ich einiges mit mehr Abstand und bin in der Lage meine Eindrücke in einen sachlicheren Kontext zu stellen!
Für viele „Urlaubs-Geniesser“ mag das Bullshit sein, aber für mich macht auch das eine Reise aus: Eben nicht nur geniessen, sondern auch lernen, Eindrücke aufnehmen und sich intensiv gedanklich damit auseinander setzen!
Aber genug davon!

Wir schnorcheln natürlich nicht nur, schliesslich muss man sich zwischendurch auch mal aufwärmen. Und so steigen wir in einer Oberflächenpause zum höchsten Punkt der Insel auf … wo wir tatsächlich ganz alleine sind!
Die Mühe des Aufstiegs machen sich anscheinend nur sehr wenige, obwohl sich der Ausblick wirklich lohnt:

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Wieder unten am Strand beobachten wir die anderen Kajaker, die hier gelandet sind und sehen wieder einige Klischees bedient bzw. widerlegt. Die Amerikaner, die wir sehen (Ein klassisches Cheerleader/Quarterback-Pärchen!), sind wie aus dem Vorurteils-Lexikon! Aber auch eine französische Familie kann richtig laut und wenig dezent sein!
(Wieder mal bestätigt sich meine Theorie, das es überall, unabhängig der Herkunft oder anderer Umstände mindestens 10% Idioten gibt!)

Am Nachmittag machen wir uns wieder auf den Rückweg nach Malendure, der trotz ziemlichem Wind und Kabbelwellen recht gut verläuft. Trotzdem wäre „Seekajak“ nicht mein Hobby!

Wir würden gerne noch eine Kleinigkeit essen, aber „unsere“ Bokit-Bude in Malendure ist leider geschlossen … und vor der einzig geöffneten steht eine Riesenschlange. Daher geben wir beim Verleih unser Kajak inkl. Zubehör zurück und springen noch kurz unter die Süßwasser-Dusche. Dann würden wir gerne noch ein paar Lebensmittel einkaufen, aber anscheinend geht hier am Neujahrstag garnichts: Alles geschlossen!
Also suchen wir uns im Internet in Dehaies eine gut bewertete Burger-Bude raus, die heute geöffnet haben müsste und fahren zum Abendessen dorthin … nur um festzustellen, das sie doch geschlossen hat!
Wahrscheinlich haben die heute schon genug Geld verdient! (Laut Reiseführer ist es auf Guadeloupe gängige Praxis, abends zu schliessen, wenn der Tag schon erfolgreich genug war!)
Also schlendern wir auf der Suche nach was essbarem noch durch Deshaies … und werden tatsächlich fündig: Das „Le Madras“ hat auf und wir bekommen trotz vieler Reservierungen noch einen Platz auf der Terrasse direkt am Stadtstrand.
Die Karte ist zwar übersichtlich, aber das „Thunfischsteak“ und das „Hühner-Filet in Cocos-Curry-Sauce“ sind köstlich. Und zu beidem wird ein Gemüse-Püree gereicht, von dem ich zwar nicht genau weiß, was drin ist (Meine Herzallerliebste tippt auf Süßkartoffel und Kochbanane!), das mich aber nachhaltig beeindruckt!
Auch die frischen Accras als Vorspeise sind super!
Als Nachtisch gibt es „Flan de Coco“ … auch sehr lecker!
Wir sind so begeistert, das wir für unseren letzten Abend schon mal einen Tisch reservieren!

Danach machen wir uns wieder auf den Weg ins Apartment, trinken dort noch was und schreiben an unseren jeweiligen Blog-Artikeln.
Danach geht es aber auch bald ins Bett.





Winter 2018/19 – Tag 9 – Tauchen bei Ferry und nochmal im Hausriff!

31 12 2018

Heute treffen wir uns nach dem Aufstehen und dem Frühstück erst um 8:30 an der Tauchbasis.

Die Gruppe ist wieder sehr gemischt: Ein älteres französisches Paar ist zum Schnuppertauchen mit Chantal verabredet, ein jüngeres Paar aus Polen/Großbritannien macht gerade seinen Open Water Diver-Kurs.
Diesmal geht es von der Tauchbasis mit dem Boot ca. einen Kilometer nach Norden.
Dort ankern wir vor einer Klippe in der Nähe der kleinen Bucht („Petit Anse“) von Ferry.
Da das jüngere Paar noch ein paar Übungen an der Oberfläche sowie ein paar direkt unterhalb des Bootes machen muss, haben der Teenager und ich etwas Zeit, rödeln in Ruhe auf und gehen dann direkt am Boot schon mal runter auf 10m.

Sobald Cor und die beiden Tauchschüler fertig sind, geht es los und wir tauchen ein ins Felslabyrinth, das sich so nah vor der Küste erstreckt, das man meinen könnte, vom Strand aus dahin schnorcheln zu können.
(Der Eindruck täuscht!)
Wir sehen wieder Muränen und sogar einen Seeaal … und ich muss mich wieder mal wundern, wieviel Leben hier um einen herum schwimmt.
Wenn man „oben“ in der Natur unterwegs ist, freut man sich schon, wenn man mal ein Eichhörnchen oder ein Reh sieht … die sofort weg sind, wenn sie einen bemerken.
Hier springt man ins Wasser und ist buchstäblich von tausenden von Fischen umgeben … die sich von uns überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wenn man Ihnen zu nahe kommt, geben sie einfach kurz „Gas“ und sind mit ein paar Flossenschlägen ganz schnell ausser Reichweite. Anscheinend wissen sie genau, wie träge wir Menschen uns im Gegensatz zu ihnen unter Wasser bewegen.
Auch bei „Raubtieren“ ist der natürliche gefühlte Sicherheits-Abstand hier unten sehr verkürzt:
Bei dem Baracuda, der am ersten Tauch-Tag ein paar Meter hinter uns durchs Freiwasser geschwommen ist, und den Cor nur durch Zufall bemerkt hat, kam gerade mal freudiges Interesse bei uns auf. Ich denke mal, wenn im Wald ein paar Meter hinter einem ein Wolf auftauchen würde, wäre die Reaktion eine andere. (Na gut, ich würde ihn kuscheln wollen, aber ich bin sicher auch nicht der Massstab!)
Bei den paar Muränen, die wir heute sehen, geht man auch schön nah vor die Höhle, um einen guten Blick und vielleicht auch ein gutes Bild zu bekommen … auch wenn die durchaus keinen „netten“ Eindruck machen. So nah würde ich beispielsweise einem Dachs nicht kommen wollen, der die Nase aus seinem Bau steckt.
Mitten zwischen dem „Sealife“ schwebend denke ich wieder darüber nach, wie es jemandem Spaß machen kann, mit einer Harpune Jagd auf Fische zu machen …  leider eine durchaus beliebte Beschäftigung, und zwar nicht nur hier.
Aber ich verstehe Jäger ja auch nicht!

Nach diesem ersten Tauchgang lichten wir wieder den „Anker“ (In Wirklichkeit schmeissen wir natürlich keinen Anker mitten zwischen die Korallen, sondern machen immer an permanent verankerten Bojen fest!), und fahren erstmal zurück zur Basis, die Schnuppertaucher und Tauchschüler absetzen.
Dann geht es auf meinen Vorschlag hin mit Cor nochmal raus zum „Hausriff“ um die Ecke bei Morphy. Ich hätte es als völlig uneffizient und darüber hinaus Benzin-Verschwendung empfunden, für nur einen Tauchgang mit uns zweien weiter weg zu fahren, ganz davon abgesehen, das ich kurze Bootstouren immer bevorzuge … ausserdem hat es mir hier gestern so gut gefallen.

Und wieder werde ich nicht enttäuscht: Es ist einfach toll hier, und wir gleiten nach dem Abtauchen hinter Cor her durchs Felsen-Labyrinth und geniessen das Leben um uns herum … und sehen dann gegen Ende des Tauchgangs tatsächlich sogar noch eine Wasserschildkröte über uns im Freiwasser. Leider ist sie zu weit weg, um ein gutes Bild zu bekommen, und zu hoch, um ihr nachzuschwimmen. Aber der Anblick dieses friedlich durchs Wasser schwebenden Tieres ist etwas, das man sicher nie vergisst.
Ich weiss nicht ob es daran liegt, das wir früher selber Schildkröten hatten und ich diese Reptilien einfach sehr mag, oder daran, das die Schildkröte sich anders durchs Wasser bewegt als die Fische es tun … aber der Anblick dieser friedlichen Tiere unter Wasser hat etwas schon fast meditatives.

Ich habe mir von Cor für heute übrigens einen Unterwasserfilter für meine Billig-GoPro geliehen und teste während beider Tauchgänge ein wenig damit herum.
Ist nicht ganz so einfach zu handhaben, weil es eben eine Billig-GoPro ist und der Filter daher etwas lose sitzt … ich muss ihn beim Filmen/Fotografieren immer festhalten.
Und die Schnur, mit der der Filter am Schwimmkörper gesichert ist, klemmt sich anfangs gerne zwischen Filter und Objektiv … was die ersten paar Minuten der Aufnahme komplett versaut, bis ich die Schnur um den Kamerafuss wickel!
Aber danach geht´s ganz gut. (Farben besser … Qualität leider immer noch nicht wirklich veröffentlichungswürdig!)

Muräne

Languste

Um 13:00 sind wir wieder zurück, haben alles Material sauber gespült, unsere Logbücher ausgefüllt und lassen uns abholen.
Erst geht es zurück ins Apartment. Es gibt, ganz unkaribisch, Spaghetti Bolognese zum Mittag.
Danach lade ich die Videos von der Kamera runter und ruhe mich etwas aus.

Am Nachmittag machen wir uns dann wieder auf den Weg, diesmal die Küstenstraße hinauf Richtung Norden bis Deshaies.
Dieser Ort ist ein beliebter Ruhesitz für französische Rentner, hat daher einen gewissen südfranzösischen Charme … und hat auf der Insel eine gewisse Bekanntheit, weil die hiesige „Anse de la Perle“ des öfteren als Kulisse für die Fernseh-Serie „Death in Paradise“ dient.
Zuerst halten wir allerdings an der „Grande Anse“ an, die kurz hinter Deshaies liegt und auch schon sehr nah an das Klischee-Bild der „Pirates of the Caribian-Bucht“ heran kommt … wenn man die Menschen mal ausgeblendet hat:

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Danach fahren wir weiter zur besagten „Anse de la Perle“ … und es wird auf den ersten Blick klar, warum sie als Serien-Kulisse so beliebt ist … auch hier ist es wieder die große Kunst, möglichst wenige Menschen auf´s Bild zu bekommen:

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Auf dem Weg zurück in den kleinen Ort halten wir noch an einem Aussichtspunkt an, an dem sich die ersten Lokals auf den Silvesterabend vorbereiten … stimmt, das ist ja heute! …
Wir interessieren uns mehr für den nahenden Sonnenuntergang als für den Jahreswechsel:

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In Deshaies selbst gehen wir noch an der Promenade entlang, fotografieren noch den entgültigen Sonnenuntergang …heute mal ohne Rum:

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Danach geht es nur nach nach Hause zum Abendessen und dann ins Bett.





Winter 2018/19 – Tag 8 – Tauchen im Hausriff!

30 12 2018

Heute treffen wir uns wieder um 8:00 an der Tauchbasis, müssen dann allerdings noch auf eine deutsche Familie warten, die heute einen Tauchkurs beginnen will.
Dann schaffen wir das ganze Material für 2 Tauchgänge auf´s Boot und fahren los.
Sehr erfreulich für mich:
Wir fahren nur kurz aus dem Hafenbecken, wenden uns Richtung Süden und halten gleich darauf wieder an, um zu ankern.
Wir sind fast genau auf der Höhe des Strandes von Morphy, an dem ich gestern schon schnorcheln war, allerdings weiter draußen.
Cor macht erste Übungen mit der Familie, während wir diesmal unsere 2 Tauchgänge mit Chantal als Guide absolvieren.
Sie ist sehr entspannt unterwegs und das Gebiet dazu noch sehr schön … und nicht so überlaufen wie das „Resérve Cousteau“!
Hier gibt es unter Wasser eine sehr unterschiedlich strukturierte Felslandschaft und nicht nur eine ziemlich gerade Riffkante.
Wir sehen viele Langusten in Ihren Höhlen und ich selber finde auch noch zwei Muränen, die etwas pampig aus ihren Löchern schauen…

Muräne

… aber bestimmt nur spielen wollen!

Ansonsten ist es genau so, wie man sich Tauchen in der Karibik eben so vorstellt:
Korallen und unzählige Fische, die wir heute Abend auf der Fischbestimmungs-Karte überprüfen werden, die wir vor 2 Tagen in Malendure erstanden haben … leider in französisch … aber es gibt ja Google!
Wir schweben sehr entspannt durch die Unterwasser-Canyons und da wir nur zu dritt sind, ist es auch sehr gechillt.
Daher ist es auch kein Wunder, das beide Tauchgänge nah an die 50 min gehen, was für mich schon eine durchaus vorzeigbare Dauer für jeweils eine 12-Liter-Pressluftflasche ist.
(Chantal schafft mit ihrer Flasche nach eigener Aussage bis zu 2 h, da ist bei mir also noch Entwicklungspotential!)

Zurück an der Tauchbasis holt uns meine Herzallerliebste ab … und wir bleiben gleich im Hafen, um bei „la Calebasse“ zu Mittag zu essen.
Als wir bei unserer Ankunft vor ein paar Tagen hier auf Cor und Chantal gewartet und was getrunken haben, haben wir gesehen, das sie auch Burger auf der Karte haben … was uns jetzt zum Mittag sehr passend erscheint. Leider gibt es die Burger nur abends, daher müssen wir auf die Mittagskarte zurückgreifen, die sehr fischlastig ist … also eigentlich nicht so meins.
Die Garnelen sind jedoch sehr gut … der Fisch meiner Liebsten ist es leider nicht.
Aber dafür sind die Accras (Fischbällchen), die wir als Vorspeise bekommen, sehr viel leckerer als die letzten, die wir in Saint-Francois bzw. Saint-Anne gegessen haben.

Nach dem Essen fahren wir ins Apartment und ruhen uns etwas aus, wobei ich die Gelegenheit nutze, die Unterwasser-Videos zu sichten (und das oben stehende Bild als einzelnen Frame aus den Film herauszuschneiden).

Abends fahren wir dann noch ein wenig Lebensmittal einkaufen, was sich als garnicht so einfach erweist, da Sonntag ist und hier tatsächlich fast alles geschlossen ist.

Unmittelbar nach dem Einkaufen, wollen wir dann unsere Restsumme für das Apartment bei George, unserem Vermieter bezahlen … was natürlich nicht möglich ist, ohne eine signifikante Menge Rum zu konsumieren! (Wenigstens trägt er ein Tuch um die Hüften … wenn auch aus meiner Sicht ein viel zu kurzes!)

Danach essen wir noch … leicht angeschickert … zu Abend und gehen wieder mal vor 21:00 ins Bett.
…und geniessen zur Abwechslung mal eine fast entspannte schlafreiche Nacht mit wenig Mücken-Belästigung.
Das Abspannen der Mosquito-Netze zahlt sich aus!





Winter 2018/19 – Tag 7 – Zur Kaffee-Plantage … oder auch nicht!

29 12 2018

Samstag ist Ruhetag in der Tauchbasis, daher haben wir uns für heute ein Alternativ-Programm überlegt:
Wir wollen auf die Kaffee-Plantage „Habitation la Grivelière“ bei Vieux Habitat.
Laut Reiseführer kann man hier sowohl den Anbau und Produktionsprozess von Kaffee unmittelbar erleben, natürlich auch Kaffee degustieren … aber auch zur Mittagszeit gute kreolische Küche geniessen.
Hört sich also sowohl unterhaltsam als auch lecker an.
Wir fahren erst 45 min bis Vieux Habitat, dann noch 10 min in ein Seitental hinein bzw. hinauf … um dann ein Schild zu sehen, auf dem steht, das die Habitation geschlossen ist.
Ein kurzer Internet-Check bestätigt es: Die Anlage ist bis Januar 2020 geschlossen!
Mist … fast eine Stunde umsonst gefahren!

Um die Tour nicht komplett für „Null ouvert“ gemacht zu haben, beschliessen wir, stattdessen ins lokale Kaffee-Museum von Vieux Habitat zu gehen. Dies ist zwar relativ klein, erklärt aber die Geschichte des Kaffees sowohl global als auch speziell hier auf Guadeloupe sehr anschaulich … und es gibt natürlich leckeren Kaffee und auch Kakao zu trinken.

Danach drehen wir auf der Suche nach einem kleinen Imbiss noch eine Runde an den Strand von Vieux Habitat, werden aber leider nicht fündig. Daher fahren wir zurück in Richtung Pointe Noire und halten wieder in Malendure an, um dort Bokit zu essen.
An dem Imbiss, an dem wir gestern schon essen waren, kündigt die nette Bedienung zwar eine lange Wartezeit an … aber wir haben ja Zeit .. und ausserdem trotz des Wochenend-Andrangs sogar mit Glück einen gebührenfreien Parkplatz bekommen.
Die lange Wartezeit ist sicher auch der Tatsache geschuldet, das hier auf Guadeloupe anscheinend eine besondere und vor allem ineffiziente Art der Kundenbedienung üblich ist: Kunden werden immer nur nacheinander bedient, niemals gleichzeitig … und zwar vollständig und bis zum Ende … und auf gar keinen Fall nutzt man irgendwelche Synergien, indem man beispielsweise mehrere Bokits gleichzeitig macht. D.h. dass wir ungefähr 45 min auf unser Essen warten müssen … aber wir sind schliesslich in der Karibik, wo „schnell“ eine andere Bedeutung hat, und wir haben ja Zeit … also warum Stress aufkommen lassen.

Nach dem Essen fahren wir zurück in unsere Ferienwohnung.
Wir wollen noch am Hausstrand unterhalb unserer Unterkunft schnorcheln gehen, aber die Brandung ist heute so hoch und das Wasser in Strandnähe so trübe, das es ohne feste Wasserschuhe kaum möglich ist, verletzungsfrei über die Felsen zu kommen. Daher kann ich nur alleine ins Wasser gehen, dank der Geräteflossen und der zugehörigen knöchelhohen Tauchschuhe.
(Sieht zwar beim Schnorcheln immer etwas „over-stuffed“ aus, ist aber in solchen Situationen sehr hilfreich!)
Als ich die Brandungszone einmal hinter mir habe, ist das Schnorcheln sehr schön:
Am Außenrand der Bucht erstreckt sich ein ausgedehnte Felslandschaft mit vielen Fächer-Korallen und sehr vielen Fischen.

Danach gibt´s nur noch Abendessen  … und natürlich Rum zum Sonnenuntergang …

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(nicht ganz so strahlend wie gestern, aber sehr ähnlich)… bevor es ins Bett geht.

Diesmal haben wir die Mosquito-Netze mit Sicherheitsnadeln befestigt, bzw. mit Schnur am Kopfende fixiert, so das man nicht immer ans Netz kommt, wenn man sich rumdreht … und man hat auch nicht mehr das Gefühl, das einem die Viecher direkt ins Ohr fliegen.
Auf diese Weise haben wir unsere erste einigermaßen entspannte Nacht in der Wohnung.





Winter 2018/19 – Tag 6 – Tauchen in der Karibik!

28 12 2018

Trotz der miesen Nacht, habe ich doch noch etwas geschlafen, ist auch nötig, schliesslich geht´s heute unter Wasser!
Um 7:00 wirft uns also der Wecker aus dem Bett, denn um 8:00 sind wir mit Cor und Chantal an der Tauchbasis verabredet.
Angesichts der anstehenden Bootstour (Leider gibt es keine Strandtauchgänge hier!), nehme ich nur Cornflakes und viel Flüssigkeit zu mir. Insgesamt verläuft das Frühstück etwas hektisch, weil ich wie immer alles gleichzeitg machen und auf keinen Fall zu spät kommen will.

Pünktlich um 8:00 sind wir an der Basis: Erst mal wird das Material zusammen gestellt und dann auf ´s Boot gebracht.
Insgesamt sind wir 7 Taucher plus Cor und Chantal als Guides.
Chantal versorgt eine französische Mutter mit Tochter bei einem Schnuppertauchgang, Cor betreut uns andere fünf: Fabian aus Freiburg. Martin und Domenica aus Tschechien (Er ist mitten im Open Water Diver Kurs) … und dann noch der Teenager und ich.
In dieser illustren Gruppe stellen der Teenager und ich die erfahrensten Tauch-Gäste da … mit gerade mal 25 Tauchgängen!
(Schon ein witziges Gefühl, die Fragen der anderen beantworten zu können, und den „alten Hasen“ raushängen zu lassen!)

Cor lässt es mit dem Boot fleissig krachen und bringt uns in 20 min Richtung Süden bis zu den „Isles de Pigeon“, die im Zentrum des Nationalpark-Teils „Réserve Cousteau“ liegen.
Zwei Tauchgänge sind heute Vormittag angesagt, beide im Gebiet „Aquarium“.
Wir machen an einer Boje in der Nähe der Riffkante in der nördlichen Bucht der größeren Insel fest und gehen nacheinander ins Wasser.
Zuerst geht es an der Riffkante nach Norden und wieder zurück, beim zweiten Tauchgang nach Süden und wieder zurück.
Das Signal zum Umdrehen gibt immer der, der zuerst seine Flasche auf 100 bar runter, also halb leer hat … beim ersten Tauchgang bin ich das! (Ich bin es vom Ausdauersport einfach gewohnt, tief und häufig zu atmen … was sich beim Tauchen eher nachteilig auswirkt.)
Nach ca. 45 min sind wir jeweils wieder oben am Boot.
Zu sehen gibt es hier extrem viel unter Wasser. Die „normalen“ Fische zählt man garnicht, weil sie eh zu hunderten um einen herum schwimmen, aber wir begegnen auch einem Barracuda (Zufallstreffer im freien Wasser!), einigen gepunkteten Muränen (Die verstecken sich gerne in Felsnischen und man muss schon suchen!), sowie einigen Feuerfischen und Langusten (Auch so welche, die gerne in der hintersten Ritze stecken!).
Um einige dieser Kandidaten aus der Nähe zu betrachten, ist schon etwas Geschick beim Tarieren erforderlich, denn auch wenn man möglichst nah ran will, gilt eine Regel immer, und die haben wir schon in der ersten Tauchstunde bekommen:
Nix anfassen oder berühren!
Schon gar keine Korallen, keine Fische, keine Felsen (Seeigel sind hier rekordverdächtig groß und stecken in jeder Ritze!), und am besten auch nicht den sandigen Grund berühren, denn das wirbelt immer Sand auf und verdirbt die Sicht!
Also in etwa die gleichen Regeln wie in jedem Nationalpark: Hinterlasse nichts und nimm nichts mit … außer Eindrücken und Bildern!
Die Einzige Ausnahme ist Müll, den man unter Wasser findet!
Das mit den Bildern versuche ich mit meiner Billig-GoPro, aber das Ergebnis ist auf einem qualitativ so niedrigen Niveau, das es höchsten dafür reicht, meiner Herzallerliebsten unsere Erlebnisse bildlich darzustellen.
Einzelne Frames aus den Videos herauszuschneiden ist immer nur leidlich vorzeigbar, deshalb hier keine Bilder vom „Sealife“… außer vielleicht dem hier, das ganz ok geworden ist (Ist übrigens ein grauer Kaiserfisch (Pomacanthus arcuatus)):

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In der Oberflächenpause zwischen den Tauchgängen werden wir auf´s vortrefflichste unterhalten von den Glasboden-Booten, die aus der benachbarten Bucht von Malendure im fliegenden Wechsel in der Bucht auftauchen … echter Horror-Tourismus!
Zu Dutzenden werden die mit diesen schrägen Decathlon-Vollgesichts-Schnorchelmasken ins Wasser getrieben … ich persönlich halte es ja für sinnvoller, Schnorcheln zu lernen: Ist nicht schwerer und sehr viel praktischer … da man damit auch mal abtauchen kann!

Das Bootfahren sowie die Pause auf dem Boot vertrage ich heute ohne jede Übelkeit … nur von dem Mundstück des Atemautomaten bekomme ich im ersten Moment Brechreiz: Es ist ein modernes Mundstück mit einem Gaumendom, das sich angeblich sehr viel schonender benutzen lässt, weil man nicht so zubeissen muss wie bei den herkömmlichen „Beissringen“ … ich finde es jedoch sehr unangenehm, wenn ich was untern Gaumen habe …. aber ich bekomme teilweise auch beim Zähneputzen schon Würgereiz. (Macht Zahnarztbesuche nicht gerade zu meinen Favourite-Veranstaltungen!)

Um 13:00 sind wir zurück im Hafen, tragen das ganze Material zur Basis und spülen erstmal alles … zu meiner Verwunderung mit einem Wasserschlauch und auf dem Boden der Außendusche. Erscheint mir wenig effizient und vor allem noch weniger wassersparend! Gerade für die Neoprenanzüge und die Tarierwesten sowie Flossen und Masken halte ich eine Frischwasserwanne für sinnvoller … nur so bekommt man das Süßwasser in jede Ritze

Am Nachmittag, nach dem Mittagessen im Apartment, machen meine Herzallerliebste und ich uns auf den Weg nach Malendure, der Bucht gegenüber der Isles de Pigeon, wo wir heute vormittag getaucht haben: Wir wollen in den nächsten Tagen hier ein Kajak mieten und damit nochmal zu den Inseln fahren. Dafür wollen wir uns schlau machen!
In einem der dort ansässigen Imbisse essen wir wieder mal „Bokit“, wie schon in St. Anne. Ich bekomme ein „Bokit complet“, gefüllt mit Schinken, Käse, gebratenem Ei und gebratenem Hühnerfleisch … sehr geil!
Danach teilen wir uns noch ein „Sorbet de Coco“, auch eine lokale Spezialität … und extremst lecker!!

Im Carrefour bei Malendure kaufen wir noch ein paar Vorräte ein, wobei mich die erwartete Müdigkeit und die Kopfschmerzen erwischen, die ich nach fast jedem Tauchgang bekomme. (Soll besser sein, wenn man mit Nitrox anstatt Pressluft taucht, aber Nitrox hat Cor leider nicht da!)
Also fahren wir zurück ins Apartment, wo ich nur noch in die Hängematte falle und schnarche … angeblich … ich habe mich nicht schnarchen hören!

Als ich wieder einigermaßen fit bin, setze ich mich an unseren Couchtisch und blogge etwas … bekomme aber nach einer gewissen Zeit derbste Bauchschmerzen! Kann entweder am Essen liegen (Bokit + Cocos-Sorbet), oder an der unergonomischen Sitzhaltung beim schreiben …. egal, jedenfalls muss ich mich erstmal wieder in die Hängematte legen … dabei wird es langsam besser!

Zum Sonnenuntergangsfoto von unserer Terrasse aus stehe ich nochmal kurz auf ….

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… esse dann nur noch einen Natur-Joghurt zum Abendessen und gehe früh ins Bett.
Wir haben aus den gestern geschilderten Gründen das Bett mit dem Teenager getauscht …. allerdings ist auch diese Lösung nur etwas besser: Morgen muss ich dringend die Raumausnutzung unter den Mosquito-Netzen verbessern.





Winter 2018/19 – Tag 5 – Nach Basse Terre!

27 12 2018

Heute ist Umzug angesagt!
Nach dem Frühstück und nachdem wir unser gesamtes Reisegepäck in unseren „fetten Kombi“ (VW up!) geladen haben, übergeben wir um 10:00 unser Haus wieder an den Bruder der Vermieterin!

Vorher verabschieden wir uns noch von unseren „Mitbewohnern“ im Garten:

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Da wir nicht über die überfüllte Nationalstraße N4 fahren wollen, kurven wir … mit dem ein oder anderen Verfahrer … etwas kreuz und quer über kleine Landstraßen bis nach Pointe-á-Pietre. Dort wechseln wir auf sowas ähnliches wie eine Autobahn und überqueren ganz unspektakulär den „La Riviere Salee“, den Kanal, der die beiden Hauptinseln von Guadeloupe „Grande Terre“ und „Basse Terre“ trennt.
Wenn ich´s nicht besser wüsste, hätte ich es für einen Abwasser-Kanal gehalten!
Jetzt sind wir also auf Basse Terre, der wilderen Vulkan-Insel!
Bei Versailles (!) verlassen wir die Autobahn schon wieder (bzw. endet sie hier!) und fahren Richtung „Route de la Traversee“, die das zentrale Gebirge von Basse Terre und somit auch den „Parc National de la Guadeloupe“ durchquert.
Das sieht schon mal ganz anders aus als auf Grande Terre: Hier ist echte Wildnis zu sehen … neben der Straße…
Wir kommen an einigen Stellen vorbei, die wir schon aus dem Reiseführer kennen und merken Sie uns für später vor.
Heute wollen wir erst einmal auf die andere Seite der Insel, an der Küste unsere nächste Unterkunft beziehen und vor allem die Tauchtermine für die nächsten Tage klar machen!

An der Küste angekommen machen wir in der „Anse Caraibe“ erst einmal ein Picknick am Meer.
Auf den ersten Blick gibt es weniger Brandung als auf der atlantischen Seite (War zu erwarten!), aber auch weniger Palmen (Was mich etwas verwundert!).
Cor, der Besitzer der Tauchbasis in Pointe-Noire, mit dem wir in den nächsten Tagen tauchen wollen, teilt mir per Mail mit, das er gerade mit seiner Partnerin Chantale zum Mittag ist und ab 14:00 wieder in der Basis sein wird.
(Ich finde es übrigens total praktisch, das man hier telefon-technisch in Europa ist, also sich mit Roaming, lokaler SIM-Card und ähnlichem Blödsinn nicht herumschlagen muss!)
Ich schreibe ihm zurück, das wir dann auch da sein werden.
Also haben wir noch etwas Zeit und tingeln die Küstenstraße entlang. In Point-Noire macht die Straße eigentlich einen größeren Bogen, weg von der Küste, aber Google-Maps führt uns auf eine kleine Nebenstraße durch den Ortsteil Morphy. Passt gut, hier ist auch unsere Unterkunft für die nächsten Tage.
Die Straße ist allerdings der Knaller: Weniger kurvig, dafür gnadenlos rauf und runter. Teilweise sind die Steigungen nur im ersten Gang zu bewältigen … unser niedlicher und vollgeladener VW up! kommt des öfteren an seine Grenzen!
Trotzdem sind wir etwas zu früh an der Tauchschule und machen noch einen kleinen Spaziergang am benachbarten Hafen entlang.
Am Ufer hinter der Fisch-Handels-Halle tummeln sich hunderte von Krebsen, die sich offensichtlich um die Reste balgen.
In der Bar neben der Tauchbasis trinken wir noch was … jedenfalls das, was übrig ist: Es gibt noch genau eine Cola und einen Eistee!

Cor und Chantale sind pünktlich um 14:00 an der Basis und wir machen jeweils zwei Tauchgänge für morgen (Freitag) und Sonntag klar. Samstag ist Ruhetag und wegen des aktuellen Einflusses von „El Nino“ auf das karibische Wetter sind langfristige Termine leider nicht möglich, daher reicht unsere Planung vorerst nicht weiter.

Als das vorerst geregelt ist, haben wir noch eine halbe Stunde, bevor wir um 15:00 unser Apartment beziehen können.
Die Zeit nutzen wir, um uns noich einen kleinen Überblick über die Umgebung zu verschaffen.

Um 15:00 stehen wir am Tor unseres Gastgebers … der uns nur mit einem Tuch bekleidet empfängt!
Er ist Luxemburger … und offensichtlich ein Freund von FKK … sowie wohl einige seiner Gäste auch!
Das erklärt er uns bei der Rundtour über´s Gelände bei der Besichtigung des Pools!
Die Frage, ob wir damit ein Problem hätten, kommt aus meiner Sicht etwas spät, daher können wir sie auch nur mit „Naja, für uns ist das nix, aber wer´s braucht…“ beantworten!
Wäre nett, wenn er das auf seiner Homepage schon deutlich kommunizieren würde!
Naja, die Apartments sind jedenfalls so voneinander getrennt, das man eh keinen der Mitbewohner zu Gesicht bekommt!

Die Wohnung selbst ist auf den ersten Blick sehr schön: separates Schlafzimmer, Außenküche auf der Terasse, Platz für Hängematten (eine ist sogar schon installiert) … auf den zweiten Blick offenbaren sich jedoch diverse Mankos: Das Bett, das wir eigentlich nehmen wollen, quietscht erbärmlich, die Küche bzw. die ganze Wohnung ist nur mit dem Mindesten ausgestattet (Spülmittel für 2-mal Spülen, 1 Rolle Toilettenpapier, Töpfe ohne Deckel,…), außer dem Kühlschrank gibt es keinen Insekten-dichten Küchenschrank, Türen klemmen bzw. lassen sich nur mit Gewalt schliessen …. zum Glück gibt es für jedes Bett ein Mosquito-Netz, denn der Mosquito-Faktor ist sehr hoch!
Alles nichts weltbewegendes … aber nachdem das Haus auf Grande Terre 70,- pro Nacht gekostet hat, hätte ich hier für 90,- pro Nacht etwas mehr erwartet!

Nach dem Einräumen und während sich der Rest der Familie ausruht, checke ich den Zugang zum Hausstrand, der in 5 min zu erreichen ist: Hat Schnorchel-Potenzial!

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Danach springen wir erst einmal in den Pool … solange noch keine FFK-Gäste da sind!
(Nicht das ich mit FKK ein Problem hätte … soll doch jeder wie er will … und wenn einer unbedingt nahtlos braun werden möchte oder gerne „frei“ schwimmt … bitte schön! Aber doch nicht bei Alltagstätigkeiten! Und als ich unserem Gastgeber die aus Frankreich mitgebrachten Zigaretten hoch in seine Wohnung bringe steht er mir prompt ohne verhüllendes Tuch gegenüber …. kein Anblick, den man gerne sieht!)
Der Pool ist jedenfalls sehenswert … solange man ihn für sich alleine hat!

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Zum Abendessen gibt es Spaghetti Bolognese aus den Willkommens-Vorräten (Nicht gerade karibische Spezialitäten!) … und natürlich wieder mal einen Rum (die Flasche aus Saint-Francois ist noch nicht ganz leer!).

Wir gehen früh ins Bett … und es wird eine katastrophale Nacht: Wir haben dem Teenager das Schlafzimmer mit dem großen Bett zugestanden, damit er einen Rückzugsort hat … wir selber schlafen auf dem 140er-Bett im Durchgangsschlafzimmer, da uns zuhause 140cm auch reichen: Das hier quietscht jedoch, wie schon erwähnt, bei jeder Bewegung und das Mosquito-Netz hängt so „pyramidig“ über dem Bett, das man nur 160cm der Länge und 100 cm der Breite nutzen kann, wenn man nicht mit dem Kopf direkt am Netz schlafen will. Und auch so sind die Mosquitos so laut außerhalb des Netzes, das man schon hart wie ein Sargnagel sein muss, um bei dem Radau zu schlafen! Dazu ist es extrem heiß und drückend!
8 Nächte halte ich das definitiv nicht aus!





Winter 2018/19 – Tag 4 – Rund um Grande Terre

26 12 2018

2. Weihnachtstag!

Wieder um 3:00 wach … das scheint sich zur Regel zu entwickeln!
Mit viel gutem Willen bleiben wir noch bis 6:30 im Bett und versuchen noch ein paar Stunden zu schlafen … leidlich erfolgreich!
Dann eben wieder frühen Tee und Kaffee auf der Terasse. Dann fahre ich zum Bäcker kurz vor Saint-Francois … und hole natürlich Baguette und Pain au Chocolat … ist ja schliesslich Frankreich hier!

Nach dem Terrassen-Frühstück (Man bedenke: Es ist Dezember!!) werfen wir die wichtigsten Utensilien in den Wagen (Essen, Getränke, Schwimmzeug, Hängematten,…) und begeben uns auf die Rundtour um Grande Terre, schliesslich ist heute unser letzter voller Tag auf dieser Insel von Guadeloupe, bevor es morgen nach Basse Terre geht, der westlichen und wilderen Hälfte der Inselgruppe, auf der wir Tauchen und Wandern geplant haben. Also gibt es heute noch mal klassisches Sightseeing.

Erst fahren wir nach Le Moule, wo wir gestern schon waren, dann immer weiter bis zur nördlichsten Spitze von Grande Terre, dem „Pointe de la Grande Vigie“, und geniessen dort und auf dem Weg dahin immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die Steilküste (die sehr an die Bretagne erinnert … nur wärmer!)

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Danach halten wir uns in Richtung Westen und halten in Port-Louis am Strand wieder an. Ein bischen Picknick, etwas schwimmen im karibisch warmen Wasser, was man eben am zweiten Weihnachtstag so macht!

Wir wenden uns nach Süden um den Kreis um die Insel zu schliessen und halten in Petit-Canal nochmal an, um die dortige „Sklaventreppe“ zu besichtigen, ein Zeugnis eines der dunkelsten Kapitel nicht nur von Guadeloupe, sondern der gesamten Menschheits-Geschichte. In Petit-Canal sind die Sklavenschiffe aus Afrika gelandet und die Sklaven wurden direkt auf der monumentalen Treppe unterhalb der Kirche an ihre neuen Besitzer, die Plantagen-Besitzer verkauft.
Abgeschafft wurde die Sklaverei als Folge der französischen Revolution im Jahre 1794 …. nur um unter Napoleon 1802 wieder eingeführt zu werden. Erst 1848 wurde sie endgültig abgeschafft!
… man mag sich garnicht vorstellen … und ich kann mir das auch lediglich auf einer reinen Sach-Argument-Ebene erklären … was einen Menschen dazu bringen kann, einen anderen Menschen als „veräußerbaren Besitz“ anzusehen und auch so zu behandeln. Und „abgeschafft“ ist die Sklaverei weltweit leider nur „offiziell“ … in Wahrheit leben aktuell ca. 40 Millionen (!) Menschen in Sklaverei.
Und genau aus diesem Grund sind solche Denkmäler und Gedenkstätten genauso wichtig wie KZ-Gedenkstätten in Deutschland: Um das „Vergessen“ zu verhindern … und um uns immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, das uns von der völligen Barbarei nur eine sehr dünne Linie trennt!
Wer eine solche Gedenkstätte mit der Gewissheit verlässt, das „sowas“ ja heutzutage nicht mehr passieren kann … der hat den Sinn des „Gedenkens“ nicht verstanden!

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Wir gehen jedenfalls sehr nachdenklich zurück zum Wagen und setzen unsere Runde um Grande Terre fort.

Bei Morne-a-l´Eau wenden wir uns wieder Richtung Osten und beschliessen bei Le Moule den Kreis, bevor wir nach Saint-Francois zu unserem Haus zurück fahren.
Wir springen kurz unter die Dusche, räumen ein wenig um und auf und fahren dann noch vor Sonnenuntergang nach Saint-Anne, um dort den Abend bei einem „Ti-Punch“ im „Kontiki“ und einem „Bokit“ an einem der örtlichen Food-Trucks ausklingen zu lassen.
(Ein „Bokit“ ist ein kleines Fladenbrot, gefüllt mit allem möglichen … also das karibische Äquivalent zu einem Döner … nur leckerer!)
Zwischendurch noch ein Foto vom abendlichen Strand ….

DSC04084

… und dann geht es in finsterster Nacht (also nach 19:00!) wieder zurück nach Saint-Francois.
Dort schreibe ich …. natürlich mit einem weiteren Rum … noch meine Gedanken zum Tag nieder, bevor es … wieder mal recht früh …. ins Bett geht!








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